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AUDI, Landkreis Cham und Malerbetrieb Schlembach erhalten Integrationspreis
Verleihung am Welttag der Menschen mit Behinderung in Bamberg
Bamberg – Zum dritten Mal verleiht die Bayerische Staatsregierung am 3. Dezember 2007, dem Welttag der Menschen mit Behinderung, den Integrationspreis "JobErfolg". Die Vizepräsidentin des Bayerischen Landtages Barbara Stamm, die bayerische Sozialstaatssekretärin Melanie Huml und die Behindertenbeauftragte Anita Knochner überreichen die Auszeichnung an Unternehmen der privaten Wirtschaft und der öffentlichen Hand für herausragende Leistungen bei der Integration von Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt.
Die Auszeichnung "JobErfolg" wurde von der Behindertenbeauftragten Anita Knochner initiiert, mit Unterstützung durch die Sozialministerin Christa Stewens und den Landtagspräsidenten Alois Glück. Prämiert werden Organisationen und Unternehmen, die eine hervorragende Integrationsarbeit leisten und Menschen mit Behinderung in den ersten Arbeitsmarkt integrieren. Dabei geht es nicht nur um Statistiken und die Erfüllung gesetzlicher Quoten, sondern um ein nachhaltiges Engagement, das sich über die ganze Organisation erstreckt und von allen Mitarbeitern gleichermaßen gelebt wird.
Die Teilnahme wird bayernweit ausgeschrieben, und der Auswahlprozess folgt strengen Regeln. Mitwirkende Unternehmen und staatliche Stellen geben an Hand einer Kriterienliste ihre Bewerbung ab. Im Segment der mittelständischen und kleinen Unternehmen unterstützen die Integrationsämter das Antragsverfahren und stellen die Vorschläge der Jury vor. Die Jury setzt sich zusammen aus Mitarbeitern des Bayerischen Landtages, des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, der Behindertenbeauftragten der Bayerischen Staatsregierung, des Bayerischen Staatsministeriums für Finanzen, des Integrationsamtes Bayern, der Gewerkschaft ver.di und des DGB, der IHK sowie eines Vertreters des Verbands der Bayerischen Bezirke.
Neben den Integrationspreisen für die private Wirtschaft und den öffentlichen Dienst wird ein Ehrenpreis verliehen. In den vergangenen Jahren wurden kleine Unternehmen ausgezeichnet, die der Beschäftigungspflicht für behinderte Menschen nicht unterliegen, es aber dennoch tun.
Die Preisverleihung findet im Rahmen einer Feierstunde für geladene Gäste unter der Schirmherrschaft der Sozialministerin Christa Stewens statt. Dazu sind Größen aus der bayerischen Wirtschaft und Politik, den Gewerkschaften und Sozialverbänden sowie den Bezirken und Kommunen geladen. Auch die kommunalen Behindertenbeauftragten gehören zu den Gästen. In diesem Jahr findet die Preisverleihung in der Konzert- und Kongresshalle Bamberg, Mußstraße 1, 96047 Bamberg, statt. Durch die Veranstaltung führt, wie bereits in den vergangenen Jahren, Wolfgang Binder vom Bayerischen Rundfunk. Für musikalische Begleitung sorgt wieder Annette Steinbauer, die das Publikum gemeinsam mit ihren Kindern Lukas, Jeremias und Theresa mit klassischer Musik und volkstümlichen Melodien unterhält.
Die Preisträger 2007 sind:
Preis der privaten Wirtschaft: AUDI, Ingolstadt
Als einer der führenden Automobilhersteller Deutschlands beschäftigt AUDI bei über 45.000 Mitarbeitern in Deutschland aktuell 2.033 schwerbehinderte und gleichgestellte Menschen. Mit einem Anteil schwerbehinderter Mitarbeiter in Höhe von 5,3 Prozent überschreitet das Ingolstädter Unternehmen die gesetzlich vorgeschriebene Quote. Zusätzlich überträgt der Betrieb seit mehreren Jahren Fertigungsaufträge an Werkstätten für behinderte Menschen; das Auftragsvolumen betrug im vergangenen Jahr 3,7 Mio. Euro. Diese Kooperation will AUDI entsprechend der Betriebsvereinbarung künftig weiter ausbauen.
Preis öffentlicher Dienst: Landratsamt Cham
Beim Landkreis Cham arbeiten 42 schwerbehinderte Menschen, was einer Beschäftigungsquote von mehr als 14 Prozent entspricht. Die Palette der Behinderungen umfasst unter anderem leichte bis schwerste Bewegungseinschränkungen, Sehbehinderungen sowie verschiedene innere Erkrankungen. Besonderes Augenmerk legt das Landratsamt Cham auf die Ausbildung und anschließende Übernahme von jungen Menschen mit schwerer Behinderung sowie auf die gezielte Beschäftigung älterer schwerbehinderter Menschen. Es möchte in der strukturarmen Region ein Zeichen für die Vorbildfunktion des öffentlichen Dienstes setzen.
Ehrenpreis: Thomas Schlembach, Putz- und Malerbetrieb, Bad
Kissingen
Das Familienunternehmen beschäftigt 10 Mitarbeiter und unterliegt damit nicht der Verpflichtung Menschen mit Behinderung anzustellen. Es setzt trotzdem auf die Arbeitskraft des schwerst behinderten 35jährigen Oliver Dacho. Seit zwölf Jahren führt er Computertätigkeiten in der Verwaltung aus. Oliver Dacho leidet seit seinem neunten Lebensmonat an fortschreitendem Muskelschwund, der so genannten spinalen Muskelathrophie. Bis vor einigen Jahren fuhr er mit einem Elektro-Rollstuhl. Heute kann Oliver Dacho nur noch den Kopf bewegen. Mit einer an seiner Stirn befestigten Laserlampe steuert Oliver Dacho eine spezielle, in einem Tableau integrierte und in Sichthöhe angebrachte Computertastatur. Das Unternehmen stellt sich bezüglich der Arbeitsmittel, -vorbereitungen und -zeiten laufend auf die sich verschlechternde Behinderung von Oliver Dacho ein.
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